Yiddish Summer Weimar

Wann: 21.07. - 21.08.2012
Wo: 99423 Weimar (Deutschland)
Genre: Jiddische Musik, Klezmer, Volksmusik

Di brikn fun ashkenaz – Die Brücken von Ashkenaz

Das diesjährige Thema Di brikn fun ashkenaz – Die Brücken von Ashkenaz führt fort, was im vergangenen Jahr begonnen wurde: Die spannende Spurensuche nach den Verbindungen zwischen jiddischen und deutschen Kulturen über Zeit und Raum. 2011 standen dabei die Ursprünge der jiddischen Musik und Kultur in Deutschland im Mittelpunkt.

Ganz konsequent nimmt der Yiddish Summer diese Spur 2012 wieder auf und richtet nun seinen Fokus auf die Entwicklung, die die jiddische Musik und ihre verschiedenen Ausdrucksformen genommen haben, als die Juden von Deutschland aus nach Osten gewandert sind. Nach intensiver Vorbereitung, Recherche und Forschung soll ein noch tieferer Einblick in die Welt der jiddischen Musik West- und Osteuropas sowie ihrer Parallelen im deutschen Repertoire erfolgen. Untersucht werden in den Veranstaltungen des Festivals, auf welche Art die musikalischen Brücken von Ashkenaz (= mittelhebräisch für Deutschland) geschlagen worden sind. Ist die Musik unverändert nach Osten gewandert? Was ist damit passiert? Wie haben sich geografische und gesellschaftliche Veränderungen auf Stil, Repertoire und Texte ausgewirkt? Wie viel deutsches Liedgut ist mitgenommen worden und jetzt Teil der jiddischen Musiktradition? Welche jiddisch-jüdischen Lieder sind in das deutsche Volkliedrepertoire eingegangen? Welche Gemeinsamkeiten und welche Unterschiede lassen sich heute noch finden? Das sind die Fragen, mit denen sich der Yiddish Summer diesmal auseinandersetzt. Die Verknüpfungen auf den Gebieten des Volksliedes, instrumentaler Musik, Tanz und Sprache zwischen den westeuropäischen Ursprüngen der jiddischen im Mittelalter und der frühen Neuzeit und ihrer Blütezeit in Ostmittel- und Osteuropa mehrere Jahrhunderte später bestimmen die vier Festival-Wochen in Weimar, vom 21. Juli bis zum 21. August. Es finden statt: Workshops, Konzerte, Jam Sessions

Damit sind zwei sehr unterschiedliche jiddische Musik-Welten zu erleben: die der Renaissance sowie die des 20. und 21. Jahrhunderts. Und wer bereits glaubt zu wissen, wie jiddische Musik klingt, wird überrascht werden. Vor allem die Verbindung zur Renaissance-Musik, die eine große Rolle spielen wird, scheint auf den ersten Blick exotisch und zunächst wenig stimmig. Doch genau dieses Thema ist äußerst spannend, birgt viele Möglichkeiten des Erkenntnisgewinns und wird durch seine Vielfalt und Lebendigkeit begeistern. Bislang wurde diese Verbindung kaum untersucht und ist deshalb umso mehr Herausforderung für alle, die zum Yiddish Summer kommen werden, um an den Workshops teilzunehmen bzw. zu unterrichten.

In diesem Jahr werden etwa 40 weltweit agierende, renommierte Künstlern und Wissenschaftlern nach Weimar kommen, um zu unterrichten, Konzerte zu spielen und sich mit Lust darauf einstellen, auch voneinander zu profitieren. Dabei sind u.a. der amerikanische Klarinettist und Meister des osteuropäischen Klezmerrepertoires, Joel Rubin; eine der führenden Expertinnen auf dem Gebiet der jüdischen und nicht-jüdischen Musik der Renaissance, die Flötistin Avery Gosfield; der Rising Star der Renaissance- und Barock-Szene, der Violinist James Hewitt; einer der bekanntesten Spezialisten und Choreografen für Renaissance-Tänze, Lieven Baert; Jiddischforscher und -lehrer Yuri Vedenyapin, der die Sprache bereits an der Harvard und der Columbia Universität gelehrt hat und Dr. Diana Matut, Expertin für jiddische Musik der Frühen Neuzeit.

Bands:
Simkhat Hanefesh, Alpenklezmerglühen, Voices of Ashkenaz, Strauss/Warschauer Duo, Johannes Paul Gräßer & Szilvia Csaranko, Vivien Zeller & Malbrook, Evi & Benno Heigl, Forshpil, Avery with friends, A Glezele Vayn

Weitere Infos:
Festivalticker: Yiddish Summer Weimar
Website: Yiddish Summer Weimar


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